Wie man die Angst vor Zurückweisung überwindet
Handbuch der angewandten Psychologie
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Kapitel 1 Warum Zurückweisung so weh tut Zurückweisung ist keine reine Gefühlssache. Sie greift in den Körper ein, verändert die Wahrnehmung und steuert das Verhalten, oft über Wochen hinaus. Wer nur die Traurigkeit sieht, übersieht den größeren Teil des Vorgangs. Das Zusammenspiel von Körper und Psyche entscheidet darüber, ob eine Kränkung nach einigen Tagen abklingt oder sich in ein dauerhaftes Muster einträgt. Was im Körper geschieht Die ersten Reaktionen sind messbar, lange bevor sie gedeutet werden. Der Puls steigt, die Muskulatur spannt sich an, der Atem wird flacher und unregelmäßiger. Das sind dieselben Reaktionen, die eine unmittelbare körperliche Bedrohung auslöst. Der Körper unterscheidet an dieser Stelle nicht zwischen einem Angriff und einem Ausschluss. Diese Reaktion läuft schneller ab, als die Deutung des Vorgangs es erlaubt. Zwischen dem Satz „Wir haben uns anders entschieden“ und dem Anstieg der Herzfrequenz liegen Bruchteile von Sekunden; die Einordnung, ob die Absage überhaupt persönlich gemeint war, braucht Minuten. In diesem Abstand liegt ein großer Teil des Problems: Der Körper hat längst reagiert, bevor der Verstand prüfen kann, ob es etwas zu reagieren gab. Hinzu kommt die Stressachse. Bei anhaltender sozialer Belastung schüttet der Organismus vermehrt Cortisol aus. Bleibt dieser Spiegel über längere Zeit erhöht, leiden Schlaf, Stoffwechsel und Immunfunktion.3 Chronische Erschöpfung und Bluthochdruck können die Folge sein.


